NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid in seiner oxidierten Form) ist ein Coenzym, das in jeder lebenden Zelle vorkommt. Es ist kein Peptid, sondern ein Dinukleotid aus zwei über Phosphatgruppen verbundenen Nukleotiden. Gemeinsam mit seiner reduzierten Form NADH ist es an Hunderten von Redoxreaktionen beteiligt und damit ein Grundbaustein des zellulären Energiestoffwechsels.
Neben dieser Rolle als Elektronenüberträger dient NAD+ als Substrat für mehrere Enzymfamilien, darunter die Sirtuine und die Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen (PARPs). Dadurch ist es ein Standardreagenz der Zell-, Stoffwechsel- und Alterungsforschung. Als Forschungsware wird NAD+ als hochreines Pulver beziehungsweise Lyophilisat angeboten und ist ausschließlich für die Verwendung im Labor bestimmt.
Steckbrief
Molekültyp: Dinukleotid, Coenzym (kein Peptid)
Funktion in der Zelle: Elektronenüberträger in Redoxreaktionen, Substrat für Sirtuine und PARPs
Verwandte Moleküle: NADH, NADP+, Vorstufen wie NMN und Nicotinamid-Ribosid
Forschungsklassifikation: Forschungschemikalie, Research Use Only (RUO)
Forschungskontext
Ein großer Teil der aktuellen Forschung beschäftigt sich mit der Beobachtung, dass der zelluläre NAD+-Spiegel in verschiedenen Modellen mit zunehmendem Alter sinkt. Untersucht wird, welche Folgen das für die Aktivität der Sirtuine, für DNA-Reparaturprozesse über PARPs und für die Mitochondrienfunktion hat. Ein zweiter Schwerpunkt sind die Biosynthesewege, über die Zellen NAD+ aus Vorstufen wie Nicotinamid, NMN oder Nicotinamid-Ribosid aufbauen.
In der Stoffwechselforschung wird NAD+ häufig im Zusammenhang mit mitochondrial wirksamen Molekülen wie MOTS-C betrachtet, außerdem mit 5-Amino-1MQ, das ein Enzym des Nicotinamid-Stoffwechsels hemmt. Die Befunde stammen aus experimentellen Modellen und erlauben keine Aussagen über Wirkungen beim Menschen.
Qualitätsmerkmale für den Laborbezug
Für NAD+ sollte das Analysenzertifikat neben Chargennummer und HPLC-Reinheit auch die Abgrenzung zur reduzierten Form NADH und zu Abbauprodukten wie Nicotinamid und ADP-Ribose dokumentieren, da NAD+ in Lösung und bei Wärme vergleichsweise empfindlich ist. Das Pulver wird trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert; Lösungen werden frisch angesetzt oder aliquotiert tiefgekühlt.
Häufige Fragen
Ist NAD+ ein Peptid?
Nein. NAD+ ist ein Coenzym aus zwei Nukleotiden. Es wird im Peptid-Umfeld genannt, weil es in denselben Forschungsfeldern – Stoffwechsel und Alterung – eingesetzt wird.
Was ist der Unterschied zwischen NAD+ und NADH?
NAD+ ist die oxidierte, NADH die reduzierte Form desselben Moleküls. In Redoxreaktionen nimmt NAD+ Elektronen auf und wird dabei zu NADH; das Verhältnis beider Formen ist ein wichtiger Messwert der Zellforschung.
Wie wird NAD+ gelagert?
Trocken, kühl und lichtgeschützt, für längere Zeiträume bei −20 °C. Weil NAD+ in wässriger Lösung zerfällt, werden Lösungen in der Regel frisch angesetzt.
Verfügbar bei Peptélia
Peptélia bietet NAD+ als chargendokumentiertes Forschungsmaterial mit Analysenzertifikat an – als Vial in 500 mg und 1000 mg sowie als Kapseln und Nasenspray. Eine Übersicht finden Sie in der Kategorie NAD+ bei Peptélia.
Wichtiger Hinweis
Alle bei Peptélia angebotenen Substanzen sind ausschließlich für die wissenschaftliche Verwendung im Labor bestimmt (Research Use Only). Sie sind keine Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Kosmetika. Eine Anwendung am Menschen oder am Tier sowie eine diagnostische oder therapeutische Verwendung sind ausdrücklich ausgeschlossen.



