Selank ist ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren, das – ähnlich wie Semax – aus der russischen Peptidforschung stammt. Grundlage des Moleküls ist Tuftsin, ein natürlich vorkommendes Tetrapeptid (Thr-Lys-Pro-Arg), das als Fragment der schweren Kette von Immunglobulin G beschrieben wurde. Für Selank wurde diese Tuftsin-Sequenz um das Tripeptid Prolin-Glycin-Prolin verlängert, um die enzymatische Stabilität des Moleküls zu erhöhen.
Selank ist damit ein klassisches Beispiel für ein rational modifiziertes Peptidanalogon: Eine körpereigene Leitsequenz wird chemisch so ergänzt, dass sie sich unter Laborbedingungen besser untersuchen lässt. Außerhalb Russlands besitzt Selank keine Zulassung als Arzneimittel; international wird die Substanz ausschließlich als Forschungschemikalie gehandelt und ist entsprechend als Research-Use-Only-Material klassifiziert.
Steckbrief
Molekültyp: synthetisches Peptid, Tuftsin-Analogon mit Pro-Gly-Pro-Erweiterung
Aminosäuren-Anzahl: 7 (Heptapeptid)
Leitstruktur: Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg), ein Immunglobulin-Fragment
Forschungsklassifikation: Forschungschemikalie, Research Use Only (RUO)
Forschungskontext
Die publizierte Forschung zu Selank bewegt sich überwiegend im neurobiologischen und immunologischen Bereich. In Tier- und Zellmodellen wird das Peptid im Zusammenhang mit Neurotransmitter-Systemen untersucht, unter anderem mit GABAergen Signalwegen. Daneben existieren Arbeiten zur Frage, wie Tuftsin-Analoga mit Zellen des Immunsystems interagieren – ein Forschungsfeld, das sich direkt aus der Herkunft der Leitsequenz ergibt.
Ein weiterer Zweig der Literatur beschäftigt sich mit der Peptidstabilität selbst: Selank dient als Modell dafür, wie sich C-terminale Pro-Gly-Pro-Erweiterungen auf Abbauwege und Halbwertszeit kurzer Peptide auswirken. Sämtliche dieser Befunde stammen aus präklinischen Untersuchungen. Sie werden hier neutral referiert und stellen keine Aussagen über Wirkungen oder Anwendungen beim Menschen dar.
Qualitätsmerkmale für den Laborbezug
Wer Selank für Forschungszwecke bezieht, sollte auf ein vollständiges Analysenzertifikat achten: Es dokumentiert die per HPLC bestimmte Reinheit, bestätigt die Identität über die Molekülmasse und weist die zugehörige Chargennummer aus. Erst diese Kombination macht Ergebnisse aus Experimenten mit dem Material reproduzierbar und nachvollziehbar.
Geliefert wird Selank in der Regel als Lyophilisat. Für die Aufbewahrung gelten die üblichen Regeln für Forschungspeptide: trocken, kühl und lichtgeschützt lagern, langfristig bevorzugt im Tiefkühlbereich, und das Gebinde stets dicht verschlossen halten, um Feuchtigkeitseintrag zu vermeiden.
Häufige Fragen
Ist Selank legal?
Selank ist außerhalb Russlands kein zugelassenes Arzneimittel. Der Bezug als Forschungschemikalie für wissenschaftliche Laborzwecke ist legal möglich; eine Anwendung am Menschen oder Tier ist ausgeschlossen. Verbindlich sind immer die rechtlichen Rahmenbedingungen des Landes, in dem das Material eingesetzt wird.
Worauf sollte man beim COA achten?
Ein belastbares COA enthält Chargennummer, HPLC-Reinheit und massenspektrometrische Identitätsbestätigung. Achten Sie darauf, dass die Chargennummer auf dem Etikett des Gebindes mit der im Zertifikat genannten übereinstimmt – nur dann ist die Dokumentation lückenlos.
Wie wird Selank gelagert?
Das lyophilisierte Peptid wird trocken, dunkel und kühl aufbewahrt; für längere Lagerzeiten ist der Gefrierschrank die übliche Wahl. Wiederholte Temperaturwechsel und Feuchtigkeit sind die häufigsten Ursachen für Qualitätsverluste bei gelagerten Peptiden und sollten konsequent vermieden werden.
Verfügbar bei Peptélia
Peptélia bietet Selank als dokumentiertes Forschungsmaterial mit chargenbezogenem Analysenzertifikat an. Die verfügbaren Produkte finden Sie in der Kategorie Selank bei Peptélia.
Wichtiger Hinweis
Alle bei Peptélia angebotenen Substanzen sind ausschließlich für die wissenschaftliche Verwendung im Labor bestimmt (Research Use Only). Sie sind keine Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Kosmetika. Eine Anwendung am Menschen oder am Tier sowie eine diagnostische oder therapeutische Verwendung sind ausdrücklich ausgeschlossen.


